Archiv der Kategorie: Tina

Party Waves

“The mind gets dirty
as you get closer to thirty”
blur – End of a century

Zuallererst vielen vielen Dank!! für die zahlreichen Geburtstagsgrüße per eMail, Anruf, Mailbox, SMS, MMS und Blogeintrag.  Es war tatsächlich einer meiner angenehmeren Geburtstage, abgeschlossen mit einem Surfgang in der Dämmerung mit gutmütigen Anfängerwellen und springenden Delfinen.

Tina und ich hatten zu Beginn sehr unterschiedliche Herangehensweisen an den Surfsport.
Ich war mehr so „Oh Mann, die letzten beiden Wipeouts haben verdammt WEH GETAN!“,
Tina war eher so in Richtung „Schau mal, ich habe Muscheln gefunden!“.
Doch seitdem haben sich echte Fortschritte eingestellt. Meine Wipeouts sind seltener geworden und Tina paddelt mit Todesverachtung und großem Elan inzwischen auch grüne Wellen an, so dass wir es gestern tatsächlich geschafft haben, ein wenig Schabernack zu treiben und einige Wellen gemeinsam Richtung Strand zu reiten („Paaartywaaave!!“).
Der Ozean in Taupo Bay war uns bisher sehr wohlgesonnen, wir hatten fünf Tage lang phantastische Wassertemperaturen und sanft rollende Wellen, und auch die Haie haben sich die Woche über eine Auszeit genommen und uns nicht belästigt.
Wir haben Schwärme von Fischen und Krebsen unter unseren Boards panisch flüchten sehen und eimerweise Tuatuas und Miesmuscheln für das Abendessen gesammelt (letztere unter Einsatz meines Lebens und meines einzigen sauberen Polohemdes in der Brandung von den Felsen gepflückt) und Tim von der Surfschule hat uns mit selbstgefangenen Langusten und Snappern verköstigt.

So langsam hat die Surferei ihre Spuren hinterlassen, ich kann meine Arme nur noch bis Schulterhöhe anheben und Tina zeigt erste Anzeichen von Seekrankheit, so dass es ganz gut ist, dass heute der Zeitpunkt gekommen ist, uns den Sand aus den Haaren zu schütteln und die lange Reise nach Süden zu beginnen.
Morgen verbringen wir den Tag noch in der Bay of Islands und fahren dann über Rotorua in den Mt. Tongariro National Park um uns ein wenig wie Frodo und Sam im Mordor zu fühlen.

– Babak

Endless Summer

Das wichtigste zuerst:  Unsere deutschen Handies sind meistens ausgeschaltet, damit sie nicht mitten in der Nacht klingeln und unseren Schönheitsschlaf beinträchtigen, aber unser Kiwi-Fon ist eigentlich immer griffbereit:

Plus sechs vier zwei eins zwei neun neun fünf null neun sieben.

Coromandel war ein Traum, vor allem die Black Jack Lodge in Kuaotunu (wird übrigens ohne jegliche Betonung ausgesprochen und bedeutet auf Maori: „junger gegrillter Aal“).
Generell hatten wir mit unseren Hostels bisher großes Glück: Das Marco Polo Backpacker in Orewa hat sich trotz strömendem Regens als idealer Zwischenstopp auf dem Weg nach Norden erwiesen, zum einen weil es dort ein völlig verstimmtes Klavier gab (aber wenn man Jazz spielt fällt das keinem auf) und zum anderen, weil ich einem Südafrikanischen Segler bei seinen Verständnisproblemen bezüglich „Also sprach Zarathustra“ helfen konnte.

Die Globetrekkers Lodge  in Omapere war Ausgangspunkt für unsere erste echte sportliche Herausforderung in Neuseeland: Sandboarding.
Neuseeland ist zu Recht nicht nur dafür bekannt, dass es dort spektakuläre Naturlandschaften zu entdecken gibt, sondern vor allem dafür, dass die unterschiedlichsten Landschaftstypen hier auf unglaublich engen Raum zusammengepfercht sind.
Kurz vor Omapere fährt man noch durch subtropische Farnwälder, die dann schlagartig abgelöst werden von rollenden  grünen Hügeln voll weidendem Milchvieh, und dann nimmt man ein Schnellboot über den Hokianga Harbour und wird fünf Minuten später abgesetzt zu Füßen gigantischer Sandberge, die man in dieser Form am ehesten auf dem Mars erwarten würde. Eben noch Rosamunde Pilcher und dann schlagartig eine Mischung aus „Lawrence von Arabien“ und „Dune – der Wüstenplanet“.
Sandboarding ist denkbar einfach: Man nimmt ein handelübliches Boogie-Board, klettert auf eine ausreichend steile Düne, legt sich auf das Brett, durchlebt je nach Bremsverhalten eine mehr oder weniger nervenaufreibende Beschleunigungsphase, schlägt dann etwas unsanft auf dem nassen Strand auf, schlittert weiter und macht dann Bekanntschaft mit den erfrischenden Wassertemperaturen der tasmanischen See. Dann versucht man möglichst schnell wieder an Land zu kommen, weil man beim Frühstück erfahren hat, dass sich regelmäßig kleine Gruppen von Orcas in die Bucht verirren und beginnt von vorne…

Gerade sitzen wir im Hackers Internet Café in Kaitaia, die letzten drei Nächte haben wir in der Endless Summer Lodge in Ahipara verbracht, in einem schnuckeligen Doppelzimmer zwischen grünen Hügeln und der Brandung, an einem Strand der nicht zu unrecht den Namen Ninety Mile Beach trägt.
Jetzt liegt noch eine Stunde Fahrt vor uns, und dann beginnt heute Nachmittag unsere erste Surf-Stunde.

– Babak und Tina

Die Muschelsucher

Wir sind jetzt noch nicht einmal eine Woche in Neuseeland, und schon macht sich das beklemmende Gefühl breit, dass wir unmöglich alle Dinge die wir tun wollten in zweieinhalb Monaten unterbringen können. Das hört sich vermutlich bescheuert an, aber schon jetzt fangen wir an abzuwägen, ob wir lieber das Kanufahren mit im Wald übernachten streichen sollen, oder den Trip zum East Cape, oder ob am Schluss doch noch der Abstecher in die Südsee dran glauben muss.

In Auckland haben wir uns erstmal mit den nötigsten Utensilien eingedeckt: Neopren Shirts, ein Schlafsack und Wollmützen für uns beide, neue Sneaker für mich (die alten wurden in Asien schweissgebadet, es ist ein Wunder, dass ich damit überhaupt durch den Zoll kam) und für Tina eine zweite Jeans, sowie alles was im Esprit Outlet Store nicht bei Drei auf den Bäumen war. Um das ganze Zeug auch irgendwie transportieren zu können, haben wir einen Toyota Corolla Baujahr 1996 gemietet, der uns für knappe 12,50 € am Tag hoffentlich wohlbehalten bis Weihnachten kreuz und quer über die Nordinsel bringt.

Von Auckland hat uns der erste Weg an die Coromandel Halbinsel geführt, die für Auckland in etwa das Gleiche ist, wie Long Island für New York. Nur ohne Amerikaner, dafür aber ebenfalls mit schicken Sommerhäusern und kilometerlangen weißen Sandstränden, bei deren Anblick wir uns als erstes gefragt haben, warum zum Geier wir eigentlich nach Bali geflogen sind. Gut, das Wasser hat noch gefühlte 17 Grad und der Wind pfeift auch noch ganz ordentlich, aber dafür wollte uns niemand Frühlingsrollen von zweifelhafter Qualität verkaufen und wir hatten 11 Stunden formvollendeten Sonnenschein ohne einen einzigen Moskito zu sehen.

Statt Mangosaft gab es dann Cappuchino am Strand und Tina hat einen kleinen Seestern gerettet, es war also im Großen und Ganzen ein perfekter Tag.

– Babak

Ich habe noch ein par schöne Fotos rausgesucht, damit Euch nicht langweilig wird, inklusive der Bucht vor Coromandel Town als neuem Header.

– Tina

Asien Fotos

Hier noch die letzten Asien Fotos.

– Tina

Monkey Business

Nach unserer anstrengenden Bergetappe führte der erste Weg zu den Poring Hot Springs, wo wir im warmen Schwefelwasser unsere kaputten Gliedmassen auskurieren wollten. Die Quellen waren, nun ja, etwas weniger spektakulär als erwartet. Im Prinzip gibt es eine Reihe öffentlicher Badewannen, die man mit heissem Schwefelwasser füllen kann. Der Gesamteindruck der Anlage lässt allerdings zumindest den Verdacht zu, dass die hygienischen Bedingungen eher ausbaufähig sind, so dass wir es bei einem kurzen Fussbad belassen haben, umgeben von malayischen Familien, die sich in kompletter Strassenkleidung in die Wanne gesetzt und ihr Picknick ausgepackt haben. Auch wenn die Quellen nicht überzeugen konnten, der Urwald rund um die Anlage hat es mehr als wett gemacht. Trotz wirklich schwerer Beine haben wir uns nochmal auf einen Hängebrücken-Walk durch die Baumwipfel gewagt (vermutlich gebaut von den selben Wanderarbeitern, die auch schon in Taman Negara am Werk waren).

Danach war Affenzeit angesagt. In Sepilok werden verweiste Orang Utang Babies grossgezogen und ausgewildert. Zwei Mal am Tag kommen die wildlebenden Tiere noch zur Station zurück und werden gefüttert. Was die Orang-Utans übrig lassen wird dann von Makakken abgräumt.

Nach Sepilok ging es tiefer in den Dschungel, an der Kinabatangan River, der letzten Zuflucht in Nordborneo für Nasenaffen (Proboscis Monkeys), Leoparden und wilde Elfanten. In der Novemberausgabe des National Geographic ist ein sehr guter Artikel über den Kinabatangan enthalten, auch darüber dass die Urwaldreservate nicht mehr sind als ein kümmerlicher Rest der nach der Abholzung für die Palmölplantagen noch übrig geblieben ist. Trotzdem, oder gerade deswegen, sieht man extrem viele wilde Tiere. Bei großer Hitze kann man die Elfanten fast täglich im Fluss baden sehen. Wir hatten allerdings drei Tage Regen, so dass es die Elefanten vorzogen, einfach überall sonst nass zu werden und sich nicht haben blicken lassen. Dafür gab es Affen en masse, Wildschweine, Kingfisher, Fischadler, Warane und penetrante Fledermäuse beim Abendessen. Unser Bootsführer erwies sich als echter Affenexperte und brachte uns sogar bei, Affen zur riechen bevor wir sie sehen konnten.

Zwei zu Null für Mt. Kinabalu

Um das wichtigste vorweg zu nehmen: Der Kinabalu hat uns bezwungen, wenn auch nur knapp und auf den letzten Meter, das Ziel schon vor Augen.

Unser alpines Unterfangen begann ca. 23 Stunden vorher mit einem herhaften Frühstück in Kota Kinabalu und dem Aufbruch zum Berg um 06.30 Uhr. Nach der Registrierung und der Begrüßung durch unseren Guide, begann der Aufstieg zum Basislager auf 3200 Meter um kurz vor 09:00 Uhr. Die Hitze und die subtropische Vegeation liessen uns am Anfang vergessen, dass wir uns auf rund 2000 Metern Höhe befanden, aber spätestens nach einem Kilometer begann unser Puls unnatürlich heftig hochzuschnellen. Später kam das Pochen in der Schläfe hinzu, dass uns bis zum Gipfel und ein gutes Stück zurück begleitete.

Der Weg zum Basislager ist technisch nicht anspruchsvoll,  es ging eigentlich sechs Stunden lang immer nur bergauf. Spätestens auf 2500 Metern kam mir der Gedanke, ob es wirklich so clever war, mir unser gesamtes Gepäck für eine Woche Borneo auf den Rücken zu schnallen. Andererseits wurden wir regelmäßig sehr zügig von schwer bepackten Lastenträgern überholt, die Essen und 20 Kilo Gasflaschen zum Basislager schleppten.

Am nächsten Tag brachen wir gegen 02:30 in der früh mit Stirnlampen und einem mulmigen Gefühl im Bauch auf, wir alle anderen Kletterer mit dem Ziel, bei Sonnenaufgang auf dem GIpfel zu stehen.

An klaren Tagen kann mann vom Kinabalu bis auf die Phillipinen sehen (das geht noch nicht mal vom Everest!). An unserem Tag waren die Wolken so dicht, dass uns viel Raum für Phantasie blieb bezüglich der Frage, wie tief es eigentlich 10 Meter neben uns runtergeht.

Ab 3800 Metern hört die Vegetation auf und man arbeitet sich mit Hilfe der Fixseile über das Gipfelplateau auf den Gipfelgrat vor. Die Zahl unser Mitkletterer hatte sich schon deutlich gelichtet. Regen und Kälte hatten Tina so zugesetzt, dass Sie ihre FInger nicht mehr bewegen konnte, und als dann noch der Wind erheblich zulegte, brach das unser kleinen Expedition das Rückgrat. Bei mir kam noch eine plötzlich einsetzende Höhenübelkeit dazu, so dass ich mich auf der letzten Seilpartie erstmal schwunghaft in eine Felsritze übergeben musste.

Vermutlich hätten wir es noch auf den Gipfel geschafft, allerdings war ich mir nicht mehr sicher, was den Rückweg anging. Unser Guide war keine wirklich Hilfe, da er weder Englisch sprach noch den Eindruck erweckte, er könne ein Handy bedienen um im Ernstfall Hilfe zu holen. Auf dem Gipfelgrat in 4050 Metern, keine 20 Minuten vom Gipfel entfernt beschlossen wir, umzukehren und unser Frühstück nicht mehr länger warten zu lassen.

Meine Höhenübelkeit verliess mich erst auf 3800 Metern, so dass ich noch zwei sehr malerische Bergtümpel verunreinigen musste, und Tinas FInger blieben bis zur Hütte klamm, aber pünktlich um 07:00 sassen wir beim Frühstück.

Der Abstieg war dann eher ein Antiklimax, denn mit müden Beinen und angeschlagener Moral nochmals 5 Stunden abzusteigen erwies sich als ernsthafter Charaktertest. Wir hätten jederzeit geschummelt und die Seilbahn genommen, wenn es denn eine gegeben hätte.

Die Schmerzen in den Beinen sind übrigens erst heute Morgen wirklich weg gewesen.

— Babak

Born(eo) to be wild

Kota Kinabalu ist die erste Stadt in Malaysia, die bei uns keine spontanen Fluchtgedanken auslöst. Bin sehr überrascht. Es könnte daran liegen, dass wir uns langsam akklimatisiert haben, oder daran, dass das Red Palm Hostel unsere bisher mit Abstand gemütlichste Bleibe in Asien ist.

Angekommen sind wir gestern Nachmittag mit Air Asia aus Kuala Lumpur. Aufstehen war um 05:30 angesagt (von wegen Urlaub), denn unser erster Flug von Kuala Terengganu nach KL ging schon um 8.

Seit heute Morgen steht auch die Route für Borneo nach einigem Hin und Her. Es wird zwar nicht ganz billig, aber wenn man nur eine Woche Zeit hat, kann man nicht alles selbst organisieren und muss auf Tour-Anbieter ausweichen.

Start ist am 23.10:

* Mt. Kinabalu mit dem tapferen Aufstieg bis ganz oben trotz anhaltender Erkältung (ich) und Höhenangst (Babak)

An dieser Stelle müssen wir noch mal deutlich unser Gepäck reduzieren. Wenn wir auf den kommenden Bildern immer die gleichen Klamotten tragen, liegt das daran, dass wir zu faul sind, mehr Gewicht bis auf 4100m hochzuschlepen. Wobei Babak sich gleich angeboten hat den schwereren Rucksack zu tragen. Sehr nobel von Ihm, noch hab ich nicht gepackt ;-) ))

* Danach Planschen in den Poring Hotsprings zur Erholung
* Orang-Utans im Rehabilitation Center in Sepilok zählen und einzeln fürs Album fotografieren (Cheeese).
* Den berüchtigten Sungai Kinabatangan Fluss abfahren und nach Affen, Elefanten, Nashörnern und jeder Menge bunter Vögel Ausschau zu halten.
* Dann am 28. die Rückfahrt nach KK mit dem Linienbus

Nächster Bericht mit allen Tierdetails und Gipfelbilder folgt nach unserer Rückkehr nach KK. Laptop muss hierbleiben, 900 Gramm sind dann doch zu viel.

– Tina

Hier noch drei Bilder aus Kuala Terengganu. In Kota Kinabalu sind wir vor lauter Trip-Buchen noch nicht zum Fotografieren gekommen.

– Tina

Islands in the sun

“It makes me feel so fine I can’t control my brain.”
Weezer – Island in the sun

Man hatte uns vorgewarnt, dass niemand nur so lange auf den Perhentian Islands bleibt, wie geplant, und so wurden aus drei Tagen eine Woche, so dass wir morgen früh einen Flieger nach KL nehmen, um etwas Zeit aufzuholen.

Es hat tatsächlich mehr als eine Woche gedauert, bis die Reiseentspannung bei uns beiden komplett eingesetzt hat. Wir sind eine Woche lang vor unserer Hütte in der Hängematte gebaumelt, unterbrochen nur von kurzen Schnorchelausflügen, einer mittäglichen Tom Yam Suppe und dem abendlichen Beach-Volleyball.

In einem Anflug von Sportlichkeit haben wir uns am zweiten Tag ein See-Kanu geliehen und sind zum Turtle-Point gepaddelt. Ich hatte mit kleinen Schildkröten gerechnet, alles bis Kürbisgröße wäre absolut zufriedenstellend gewesen, aber die moosbewachsenen Giganten, die unter uns das Seegras abweideten, wirkten wie Szenen aus Shadow of the Colossus. Ich übertreibe ja gerne gelegentlich, aber wir sind als Kinder mit Autos in den Familienurlaub gefahren, die kleiner waren als diese Viecher.

Verglichen mit den Schildkröten waren die Haie harmlos, auch wenn Tina das etwas anders sah, zumindest nachdem sie unvorbereitet in die örtliche Haivollversammlung hineingeschnorchelt ist und anschliessend mit höchster Priorität das rettende Boot aufgesucht hat.

– Babak

Hier noch die Fotos

– Tina & Babak

Welcome to the jungle

Wir waren die letzte Woche verwöhnt mit turkisfarbenem Wassen und bunten Fischen aber gleichermassen auch gepeinigt mit unglaublich langsamen Internetverbindungen.

Deswegen jetzt erst unser Taman Negara Foto-Post.

– Tina & Babak

KL und Echse am Spieß