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Monkey Business

Nach unserer anstrengenden Bergetappe führte der erste Weg zu den Poring Hot Springs, wo wir im warmen Schwefelwasser unsere kaputten Gliedmassen auskurieren wollten. Die Quellen waren, nun ja, etwas weniger spektakulär als erwartet. Im Prinzip gibt es eine Reihe öffentlicher Badewannen, die man mit heissem Schwefelwasser füllen kann. Der Gesamteindruck der Anlage lässt allerdings zumindest den Verdacht zu, dass die hygienischen Bedingungen eher ausbaufähig sind, so dass wir es bei einem kurzen Fussbad belassen haben, umgeben von malayischen Familien, die sich in kompletter Strassenkleidung in die Wanne gesetzt und ihr Picknick ausgepackt haben. Auch wenn die Quellen nicht überzeugen konnten, der Urwald rund um die Anlage hat es mehr als wett gemacht. Trotz wirklich schwerer Beine haben wir uns nochmal auf einen Hängebrücken-Walk durch die Baumwipfel gewagt (vermutlich gebaut von den selben Wanderarbeitern, die auch schon in Taman Negara am Werk waren).

Danach war Affenzeit angesagt. In Sepilok werden verweiste Orang Utang Babies grossgezogen und ausgewildert. Zwei Mal am Tag kommen die wildlebenden Tiere noch zur Station zurück und werden gefüttert. Was die Orang-Utans übrig lassen wird dann von Makakken abgräumt.

Nach Sepilok ging es tiefer in den Dschungel, an der Kinabatangan River, der letzten Zuflucht in Nordborneo für Nasenaffen (Proboscis Monkeys), Leoparden und wilde Elfanten. In der Novemberausgabe des National Geographic ist ein sehr guter Artikel über den Kinabatangan enthalten, auch darüber dass die Urwaldreservate nicht mehr sind als ein kümmerlicher Rest der nach der Abholzung für die Palmölplantagen noch übrig geblieben ist. Trotzdem, oder gerade deswegen, sieht man extrem viele wilde Tiere. Bei großer Hitze kann man die Elfanten fast täglich im Fluss baden sehen. Wir hatten allerdings drei Tage Regen, so dass es die Elefanten vorzogen, einfach überall sonst nass zu werden und sich nicht haben blicken lassen. Dafür gab es Affen en masse, Wildschweine, Kingfisher, Fischadler, Warane und penetrante Fledermäuse beim Abendessen. Unser Bootsführer erwies sich als echter Affenexperte und brachte uns sogar bei, Affen zur riechen bevor wir sie sehen konnten.

Zwei zu Null für Mt. Kinabalu

Um das wichtigste vorweg zu nehmen: Der Kinabalu hat uns bezwungen, wenn auch nur knapp und auf den letzten Meter, das Ziel schon vor Augen.

Unser alpines Unterfangen begann ca. 23 Stunden vorher mit einem herhaften Frühstück in Kota Kinabalu und dem Aufbruch zum Berg um 06.30 Uhr. Nach der Registrierung und der Begrüßung durch unseren Guide, begann der Aufstieg zum Basislager auf 3200 Meter um kurz vor 09:00 Uhr. Die Hitze und die subtropische Vegeation liessen uns am Anfang vergessen, dass wir uns auf rund 2000 Metern Höhe befanden, aber spätestens nach einem Kilometer begann unser Puls unnatürlich heftig hochzuschnellen. Später kam das Pochen in der Schläfe hinzu, dass uns bis zum Gipfel und ein gutes Stück zurück begleitete.

Der Weg zum Basislager ist technisch nicht anspruchsvoll,  es ging eigentlich sechs Stunden lang immer nur bergauf. Spätestens auf 2500 Metern kam mir der Gedanke, ob es wirklich so clever war, mir unser gesamtes Gepäck für eine Woche Borneo auf den Rücken zu schnallen. Andererseits wurden wir regelmäßig sehr zügig von schwer bepackten Lastenträgern überholt, die Essen und 20 Kilo Gasflaschen zum Basislager schleppten.

Am nächsten Tag brachen wir gegen 02:30 in der früh mit Stirnlampen und einem mulmigen Gefühl im Bauch auf, wir alle anderen Kletterer mit dem Ziel, bei Sonnenaufgang auf dem GIpfel zu stehen.

An klaren Tagen kann mann vom Kinabalu bis auf die Phillipinen sehen (das geht noch nicht mal vom Everest!). An unserem Tag waren die Wolken so dicht, dass uns viel Raum für Phantasie blieb bezüglich der Frage, wie tief es eigentlich 10 Meter neben uns runtergeht.

Ab 3800 Metern hört die Vegetation auf und man arbeitet sich mit Hilfe der Fixseile über das Gipfelplateau auf den Gipfelgrat vor. Die Zahl unser Mitkletterer hatte sich schon deutlich gelichtet. Regen und Kälte hatten Tina so zugesetzt, dass Sie ihre FInger nicht mehr bewegen konnte, und als dann noch der Wind erheblich zulegte, brach das unser kleinen Expedition das Rückgrat. Bei mir kam noch eine plötzlich einsetzende Höhenübelkeit dazu, so dass ich mich auf der letzten Seilpartie erstmal schwunghaft in eine Felsritze übergeben musste.

Vermutlich hätten wir es noch auf den Gipfel geschafft, allerdings war ich mir nicht mehr sicher, was den Rückweg anging. Unser Guide war keine wirklich Hilfe, da er weder Englisch sprach noch den Eindruck erweckte, er könne ein Handy bedienen um im Ernstfall Hilfe zu holen. Auf dem Gipfelgrat in 4050 Metern, keine 20 Minuten vom Gipfel entfernt beschlossen wir, umzukehren und unser Frühstück nicht mehr länger warten zu lassen.

Meine Höhenübelkeit verliess mich erst auf 3800 Metern, so dass ich noch zwei sehr malerische Bergtümpel verunreinigen musste, und Tinas FInger blieben bis zur Hütte klamm, aber pünktlich um 07:00 sassen wir beim Frühstück.

Der Abstieg war dann eher ein Antiklimax, denn mit müden Beinen und angeschlagener Moral nochmals 5 Stunden abzusteigen erwies sich als ernsthafter Charaktertest. Wir hätten jederzeit geschummelt und die Seilbahn genommen, wenn es denn eine gegeben hätte.

Die Schmerzen in den Beinen sind übrigens erst heute Morgen wirklich weg gewesen.

— Babak

Born(eo) to be wild

Kota Kinabalu ist die erste Stadt in Malaysia, die bei uns keine spontanen Fluchtgedanken auslöst. Bin sehr überrascht. Es könnte daran liegen, dass wir uns langsam akklimatisiert haben, oder daran, dass das Red Palm Hostel unsere bisher mit Abstand gemütlichste Bleibe in Asien ist.

Angekommen sind wir gestern Nachmittag mit Air Asia aus Kuala Lumpur. Aufstehen war um 05:30 angesagt (von wegen Urlaub), denn unser erster Flug von Kuala Terengganu nach KL ging schon um 8.

Seit heute Morgen steht auch die Route für Borneo nach einigem Hin und Her. Es wird zwar nicht ganz billig, aber wenn man nur eine Woche Zeit hat, kann man nicht alles selbst organisieren und muss auf Tour-Anbieter ausweichen.

Start ist am 23.10:

* Mt. Kinabalu mit dem tapferen Aufstieg bis ganz oben trotz anhaltender Erkältung (ich) und Höhenangst (Babak)

An dieser Stelle müssen wir noch mal deutlich unser Gepäck reduzieren. Wenn wir auf den kommenden Bildern immer die gleichen Klamotten tragen, liegt das daran, dass wir zu faul sind, mehr Gewicht bis auf 4100m hochzuschlepen. Wobei Babak sich gleich angeboten hat den schwereren Rucksack zu tragen. Sehr nobel von Ihm, noch hab ich nicht gepackt ;-) ))

* Danach Planschen in den Poring Hotsprings zur Erholung
* Orang-Utans im Rehabilitation Center in Sepilok zählen und einzeln fürs Album fotografieren (Cheeese).
* Den berüchtigten Sungai Kinabatangan Fluss abfahren und nach Affen, Elefanten, Nashörnern und jeder Menge bunter Vögel Ausschau zu halten.
* Dann am 28. die Rückfahrt nach KK mit dem Linienbus

Nächster Bericht mit allen Tierdetails und Gipfelbilder folgt nach unserer Rückkehr nach KK. Laptop muss hierbleiben, 900 Gramm sind dann doch zu viel.

– Tina

Hier noch drei Bilder aus Kuala Terengganu. In Kota Kinabalu sind wir vor lauter Trip-Buchen noch nicht zum Fotografieren gekommen.

– Tina

Islands in the sun

“It makes me feel so fine I can’t control my brain.”
Weezer – Island in the sun

Man hatte uns vorgewarnt, dass niemand nur so lange auf den Perhentian Islands bleibt, wie geplant, und so wurden aus drei Tagen eine Woche, so dass wir morgen früh einen Flieger nach KL nehmen, um etwas Zeit aufzuholen.

Es hat tatsächlich mehr als eine Woche gedauert, bis die Reiseentspannung bei uns beiden komplett eingesetzt hat. Wir sind eine Woche lang vor unserer Hütte in der Hängematte gebaumelt, unterbrochen nur von kurzen Schnorchelausflügen, einer mittäglichen Tom Yam Suppe und dem abendlichen Beach-Volleyball.

In einem Anflug von Sportlichkeit haben wir uns am zweiten Tag ein See-Kanu geliehen und sind zum Turtle-Point gepaddelt. Ich hatte mit kleinen Schildkröten gerechnet, alles bis Kürbisgröße wäre absolut zufriedenstellend gewesen, aber die moosbewachsenen Giganten, die unter uns das Seegras abweideten, wirkten wie Szenen aus Shadow of the Colossus. Ich übertreibe ja gerne gelegentlich, aber wir sind als Kinder mit Autos in den Familienurlaub gefahren, die kleiner waren als diese Viecher.

Verglichen mit den Schildkröten waren die Haie harmlos, auch wenn Tina das etwas anders sah, zumindest nachdem sie unvorbereitet in die örtliche Haivollversammlung hineingeschnorchelt ist und anschliessend mit höchster Priorität das rettende Boot aufgesucht hat.

– Babak

Hier noch die Fotos

– Tina & Babak

Welcome to the jungle

Wir waren die letzte Woche verwöhnt mit turkisfarbenem Wassen und bunten Fischen aber gleichermassen auch gepeinigt mit unglaublich langsamen Internetverbindungen.

Deswegen jetzt erst unser Taman Negara Foto-Post.

– Tina & Babak